• EWE setzt auf mobiles Informationssystem
    © Bildquelle: EWE Netz

EWE setzt auf mobiles Informationssystem

Energieversorger setzt bei Störungsfällen auf schnelle Information mittels robuster Notebook-Lösung – Kombination mit GIS-Daten und Navigationssystem

Wenn im Oldenburger Stadtteil Drielake ein EWE-Servicetechniker zu einem Störungsfall gerufen wird, hat er schon bei seiner Ankunft alle relevanten Daten mobil verfügbar. Möglich ist dies durch ein mobiles Informationssystem, das der norddeutsche Energiekonzern seit 2010 nutzt. Zentrales Element ist dabei ein robustes Notebook, das die relevanten Daten vor Ort verfügbar macht. Damit erhält der Techniker unter anderem die Kundendaten und die GIS-Angaben wie beispielsweise die Lage der Strom- oder Gasleitungen. Gleichzeitig dient es als Navigationssystem. So kann EWE im Falle einer Störung seine Kunden schneller zufriedenstellen und unterbietet die gesetzlichen Vorgaben für die Reaktionszeiten.

 

Komplettlösung mit hohen Anforderungen

Die EWE AG gehört mit 1,5 Millionen Kunden und 7,5 Milliarden Euro Umsatz zu den großen Energieunternehmen in Deutschland. 2008 suchte der Konzern nach einer neuen Lösung für die Information der Außendienst-Mitarbeiter über Störungsfälle, den Kunden und die Lage vor Ort. Das bisherige System – ein geschützter Koffer mit Standard-PC und Drucker – war hinsichtlich Rechnerleistung, Gewicht und Größe nicht mehr zeitgemäß. Die Anforderungen standen schnell fest: Das System muss dem Techniker im Außendienst die GIS-Daten verfügbar machen, wahlweise nur Strom-, Gas- oder Telekommunikationsleitungen. Ein GPS und Navigationssystem waren zu integrieren, um über den Standort der Fahrzeuge informiert zu sein und die kürzeste Anfahrtszeit und -weg wählen zu können. Außerdem sollten die Rechner mobil sein, das heißt, im Pkw und am Büro-Arbeitsplatz genutzt werden können.


Lange Recherche und Produkttest-Phase

Fast ein Jahr evaluierte das dreiköpfige Projektteam das Angebot. Erste Tests mit normalen Notebooks, die vor Vibrationen geschützt sein sollten, verliefen sehr unbefriedigend. Die leichten Stöße bei den Fahrten reichten aus, um die Standard-Festplatten nach vier bis fünf Wochen zu beschädigen. Da die Ausfallsicherheit sehr hoch sein muss, wurden ‚rugged convertible PC‘ in die Auswahl einbezogen. Die Lösung von LOGIC INSTRUMENT überzeugte letztlich mit einer starken Leuchtkraft, dem umfassenderen Service und dem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Positiv fiel auf, dass das Unternehmen seine eigenen IT-Dienstleister zertifiziert hat.


 

Spezielle Gerätehalterung für Fahrzeuge

Komplex gestaltete sich der Einbau der Geräte in den Fahrzeugen. Da der Beifahrerplatz weiter genutzt werden sollte, mussten die Dockingstations der PCs in die Cockpits integriert werden. Entscheiden für EWE war, dass diese Eigenkonstruktion von TÜV und Berufsgenossenschaft abgenommen wurde, um Haftungsrisiken auszuschließen. Im Falle eines Unfalls darf das Verletzungsrisiko nicht durch einen nachträglichen Einbau vergrößert werden. Gemeinsam mit der Firma Tormaxx, die die Fahrzeugeinbauten durchführte, fanden die Experten von LOGIC INSTRUMENT die passende Lösung. In fünf Fahrzeugen wurden Testinstallationen vorgenommen, um den wirklichen Betrieb im Alltag auszutesten. Diese Phase verlief ohne Probleme. Damit fiel die Entscheidung, insgesamt 725 Notebooks für den Konzern zu kaufen. 120 davon erhielt die swb AG, 60 Notebooks wurden von Stadtwerken und Diensten bei EWE eingesetzt. 40 Geräte bilden einen Reservepool.

 

Kein IT-Projekt ohne Improvisation

Alle Unternehmen kennen diese Binsenweisheit: In jedem IT-Projekt ist irgendwann Improvisation gefragt, nicht alles lässt sich vorausberechnen. Beim Roll-out zeigten die GPS-Systeme Schwächen, wenn die Halterung geschlossen war. Hier fanden LOGIC INSTRUMENT und Tormaxx ebenfalls schnell eine gute Lösung und ersetzten eine Aluschiene, die den Antennenempfang störte. Eine weitere Eigenentwicklung war die Dockingstation, die am Arbeitsplatz zum Einsatz kam. So reichte EWE für ihre über 500 eigenen Service-Mitarbeiter jeweils eine IT-Ausstattung für den Außeneinsatz im Störungsfall und die Arbeiten im Büro. Auf diese Weise konnte ein enormes Einsparpotenzial realisiert werden. Ein weiteres Problem trat anfangs auch beim Einsatz im Büro auf. Die Monitore zeigten Interferenzen und Farbverschiebungen. Nach einer Anpassung der Hertz-Frequenz in den Netzteilen konnte dieses Phänomen beseitigt werden. Beim Langzeitbetrieb stellten die Außendienst-Mitarbeiter fest, dass der Einbau im Cockpit teilweise zu Lasten der Lüftung geht. Insbesondere bei extremen Temperaturen stößt die Klimaanlage jetzt an ihre Grenzen, da die entsprechenden Klappen der Dockingstation weichen mussten. Dieser Nachteil ist aber dem ausdrücklichen Wunsch geschuldet, den Beifahrersitz normal weiter nutzen zu können. „Damit mussten unsere Kollegen sich dann arrangieren“, so Gerrit Helmers, Projektleiter bei EWE. Als eine sinnvolle Idee hat sich der Reservepool mit 40 Geräten erwiesen. So können die Mitarbeiter bei Ausfällen direkt mit dem Ersatz-Notebook weiterarbeiten, ohne Ausfallzeiten, Wartungsaufwand oder ähnliches.

Das EWE-Projektteam zeigt sich insgesamt sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, der Reaktionszeit und dem lösungsorientierten Vorgehen von LOGIC INSTRUMENT. Das Informationssystem hat sich bei EWE erfolgreich etabliert und wird fortgeführt. In zwei Jahren ist der nächste Schritt geplant, der Austausch der Notebooks auf aktuelle Modelle.

 

Diesen Beitrag teilen

Lesen Sie unsere Anwendergeschichten und Blog-Beiträge